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Newsletter 12-2016: HIGHTLIGHTS 2016

„Dosensport“: frisbee-Kinder lernen das Einmaleins der Graffitikunst

frisbee rgb webIn der zweiten Herbstferienwoche klackern die Sprühdosen vor dem Kinder- und Stadtteiltreff frisbee und einige vorbeilaufende Passanten fragen neugierig nach. Graffitikunst an der Hausfassade? Dürft ihr das denn?

Ja, hier gab es die Erlaubnis von der Wohnungsbaugesellschaft degewo, die das Anliegen der Kinder sofort und unkompliziert unterstützte und die Fassade zur Bemalung freigegeben hatte. Das frisbee-Team, bestehend aus Sophie Fiedler und Till Grüning, verfolgte mit der Fassadenverschönerung einen präventiven Ansatz. Der Grundgedanke dahinter: Wer nach Plan auf legalen Flächen sprüht, malt nicht mehr „wild“ im Stadtbild rum.

Das frisbee ist ein Treffpunkt für Kinder (von 6 bis 14 Jahren) und deren Familien aus dem Soldiner Kiez. Die Einrichtung besteht bereits seit 1999. Hier können sich die Kinder diverse Spiel-und Sportmaterialien ausleihen, sie bekommen Hilfe bei ihren Hausaufgaben, allerlei Anregung und Angebote zur Freizeitgestaltung.

Die Idee zu dem Graffitiprojekt kam von den quirligen Kindern selbst. Schon 2006 hatten bereits ehemalige Stammbesucher*innen künstlerisch Hand an die Außenfassade gelegt und diese mit einem Künstler und Unterstützung der degewo verschönert. Das Bild blieb 10 Jahre von Beschmierungen unangetastet, hat seitdem jedoch stark unter der Verwitterung gelitten. Die Kids machten daher in einer Sitzung der Kinderjury den Vorschlag, die Außenfassade nach Ihren Ideen neu zu gestalten.

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Das Anliegen der Kinder ging den Fachkräften nicht mehr aus dem Kopf. Seither haben sie im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Kinderjury erste Gestaltungsideen mit den Kindern gesammelt und sind auf die Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit für die Umsetzung des Vorhabens gegangen. Bei der Renate Günther Stiftung stießen sie schließlich auf offene Ohren für ihr Projektvorhaben. Der Einsatz der Kinder für die Umsetzung ihrer Idee gefiel Frau Günther sofort. „Das Graffiti-Projekt trifft das Interesse der Kids und hilft ihnen, ihr kreatives Potenzial zu entfalten“, so beschrieb Frau Günther den Grund für ihre Unterstützung. Mit der Spendenzusage waren nun die künstlerische Anleitung und die Materialkosten für die Farben gesichert.

Für das Projekt konnte der junge Künstler Benni Machon gewonnen werden. Dieser hatte bereits im Sommer die Ideen der Kinder in einem gemeinsamen Entwurfsworkshop gebündelt. Im Ergebnis haben die Kinder mit ihm ein Motiv erarbeitet, in dem deutlich wird, dass im frisbee Kinder aus unterschiedlichen Kulturen willkommen sind und gemeinsam spielen können. Eine Weltkugel und spielende Kinder, die als Silhouetten, gefüllt mit verschiedenen Mustern und Texturen, dargestellt werden, sollen die verschiedenen Nationen und Kulturen verkörpern.

Während der Künstler die Wand für die Verschönerung vorbereitet, scharren die Kids schon mit den Füssen. Sie lassen ihren Blick über die riesige Fläche schweifen und bemühen ihre Vorstellungskraft.

Als Benni die ersten Konturen einer Figur auf die Fassade bringt, die die Kinder später mit Farbe füllen können, staunt ein frisbee-Mädchen: „Das ist bestimmt ganz schön schwer!“ und zollt damit Benni ihren Respekt. Die Kids sind mit großer Begeisterung dabei, merken aber auch, dass es Kraft braucht, um die Spraydosen zu bedienen – ist halt „Dosensport“.

So entsteht nach und nach das von den Kindern erdachte Wandgemälde in ihren liebsten Farben. Als das Fassadenbild am letzten Herbstferientag vollendet ist, wird es voller Stolz von den teilnehmenden Kids betrachtet. „Jetzt ist das frisbee wieder bunter“, resümiert eine 10-Jährige und strahlt über beide Ohren. Auch das frisbee-Team zieht eine positive Bilanz, ihnen hat das Ausdauervermögen der Kinder stark imponiert.

Im Dezember wurde die Fassade im Rahmen eines kleinen Festes eingeweiht. Frau Günther berichtet: „Die Kinder waren im positivsten Sinne außer Rand und Band. Selten haben wir derart aufgeweckte, unbefangene und temperamentvolle Kinder erlebt! Das Band wurde durchschnitten und bei Kuchen & Kakao erlebten wir eine lebhafte Stunde mit den Kindern.“

 


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